| "Edel sei der Mensch, hilfreich und gut ", ist die Inschrift der Vereinsfahne
der Bücheler Einigkeit. Unter diesem Motto steht die Arbeit des Bescherungsvereins.
Den ersten Vorstand bildete 1893 Gottlieb Bremer in der vom Tabaksqualm
verdunkelten Gaststube bei Linda Paas. Der Gründungsbericht von Ewald
Kluft gibt Aufschluß über die Absichten des Vereins. Sinn und
Zweck war, die armen Familien und deren Kinder zu unterstützen. Spendenlisten
wurden angelegt. Jedes Mitglied musste im Monat 50 Pfennig bezahlen. Ob
die Bescherungen nur im Hof oder im ganzen Schulbezirk gemacht werden,
hatte der Vorstand zu entscheiden.
Die Weihnachtsfeier war immer ein Höhepunkt im Vereinsleben. Unter Mitwirkung von Vereinskindern wurden Märchenstücke aufgeführt und Gedichte vorgetragen. Beim gemeinsamen Singen erfolgte die Bescherung mit dem Weihnachtsmann. Eine Tüte voll Süßigkeiten oder ein Porzelanteller mit Inschrift, Unterwäsche, Strümpfe oder Essbestecke waren die sachlichen Geschenke. Um genügend Geld für diese Sachen zu haben, sind Hofkirmessen gemacht worden. Mit Schnorrad, Blasmusik und Tanz im Freien stand der reich geschmückte Hof für einige Tage Kopf. Diese Feste sind immer gut besucht worden. Die Romantik in der Hofschaft hat etwas anziehendes. Den Vorschlag, die Kirmes auf dem damaligen Schulhof zu veranstalten, hat man immer wieder abgelehnt. " Jubel, Trubel, Heiterkeit in der Bücheler Einigkeit ", stand auf einem der Schilder die der Bücheler Hofmaler Heinz Motte erstellt hatte. Sonntags erfolgte das Hahnenköppen. Der neue Hahnenkönig wurde gefeiert und mit einem Festzug der Bevölkerung vorgestellt. Der Montag war für die Kinder. Mit Onkel Ponkel machten sie Spiele wie Sackhüpfen, Eierlaufen, Seilziehen. Ein Kletterbaum an dem Geschenke hingen. Bunte Bälle für die Mädchen, Fußbälle für die Jungens. Außer der Kirmes sind Wanderungen mit Musik und selbstverständlich der Fahne vorweg, im alten Protokollbuch eingetragen. Herrentouren standen im Programm. Neben diesen fröhlichen Veranstaltungen stellte der Verein bei einem Todesfall die Träger. Einen Kranz ebenfalls aus der Kasse. Durch Krieg und politische Einflüsse sind die Hofkirmesssen 16 Jahre unterbrochen worden. Als 1949 die erste Kirmes mit Erfolg verlaufen ist, waren 130-140 Kinder zu bescheren. An den Stiftungsfesten ist durch Ausschmücken mit Fahnen und Birkengrün eine angenehme Atmosphäre entstanden. Auf dem Büchel war immer was los. Mit den ausgedienten Birken sind in vergangenen Jahren einige Mitbürgern, die meist nicht gut angesehen waren, Unannehmlichkeiten entstanden. Am letzten Kirmesabend fand sich zur nächtlichen Stunde schnell eine Truppe die ein Opfer ausmachten. Lautlos holten sie die Bäume, zogen sie rauschend durch den Hof und der Ausgesuchte bekam sie vor die Haustüre geworfen. Dann wurde auf die Reaktion gewartet. In einem Fall ist 1957 ein Rechtsanwalt eingeschaltet gewesen. In den letzten Jahren ist es friedlicher zugegangen. Seit 1960 feiern wir die Hofkirmes nur noch alle zwei Jahre. 1995 erstmals mit Erfolg auf dem Spielplatz im Anton-Küppers-Weg, da durch Neubauten der Platz auf dem Büchel zu knapp wurde. Unsere Kinder werden samstags mit Spielen unterhalten. Schnorrad, Losbude, Kinderkarussel sogen für Kurzweil auf dem Festplatz. Die Musik sorgt im Festzelt für Unterhaltung und Tanz. Den Hahn köpfen wir immer noch am Sonntag. Unsere Weihnachtsfeier halten wir jedes Jahr im Gemeindehaus ab. Außer den Geschenken ist die Tradition geblieben. Unterwäsche ist allerdings heute nicht mehr gefragt. Die älteren Mitglieder, ab 65 Jahre, betreuen unsere Frauen an Geburtstagen und bei besonderen Anlässen. Ein Nachteil für den Verein ist die fehlende Gaststätte auf dem Büchel. Rund 190 Mitgliederfamilien mit über 100 Kindern unter 15 Jahre sind heute verzeichnet. Ein kleiner Kreis freiwilliger Helfer ist bei unseren Veranstaltungen immer bereit unentgeltlich anzupacken. |